Ein Studio – Aus Not und Langeweile entstanden

Wir kamen, sahen und konnten nichts machen. So schien sich das Motto für das Jahr 2020 zu entwickeln. An Ideen mangelte es nicht: Wir wollten durchstarten in der Musik.

Wir, sind Sara Brown als Künstlerin, Singer, Songwriter und Johanna Hüsgen als organisatorische Kraft dahinter. Manche Leute mögen uns nun belächeln, zwei junge Studentinnen mit zu grossen Träumen – Unterschätzung kann uns aber nur zugutekommen.

Der Grund für dieses Unterschätzt-Werden ist teilweise, dass wir noch jung und unerfahren sind. Ein beängstigend grosser Teil des Grundes liegt allerdings in unserem Geschlecht. Es ist in aller Munde: Frauenstreik, Equal Pay Day, Weltfrauentag und vieles mehr. Bis sich aber wirklich etwas ändert, geht es noch lange. Das musste auch Sara schmerzlich miterleben, während sie sich jahrelang in der Musikindustrie abmühte. Ebenso berichteten Mitstudentinnen aus der Calarts (California Institute of Arts) in LA vom alltäglichen und von vielen (Männern) nicht einmal mehr wahrgenommenen Sexismus, der in den meisten Studios der Welt vorherrscht. Fakt ist, dass Frauen einen schwereren Einstieg in die Musikindustrie und in Musikstudios haben.

Auch in unseren Radios – wer etwas genauer hinhört, muss zugeben, dass die Musik, die zum Beispiel in unseren Schweizer Radios gespielt wird, öfter von einer Männerstimme gesungen wird und zwar wohl kaum, weil Männer einfach besser singen.

Das wollten wir ändern.

Uns ist klar, dass diese Herkulesaufgabe nicht von einem Tag auf den andern zu bewältigen ist, aber wenn jede Person ihren Teil dazu beiträgt, geht es vielleicht doch nicht mehr ganz so lange, bis sich wirklich etwas ändert.

Unsere Vision: Wir wollten ein Studio bauen, in dem Frauen, trans Menschen, Personen aus der LGBTQ+ Gemeinde oder sonst alle Menschen, die nicht dem Bild eines «weissen westlichen Mannes» entsprechen, die Chance haben, ihr Können zu zeigen.

Wir wollten einen Raum schaffen, in dem alle Personen einen sicheren Raum haben, um in der Musik zu arbeiten, sich weiterzuentwickeln und sich auszutauschen.

Mit der Unterstützung von vielen Freundinnen und Freunden bauten wir an unserem eigenen Studio. Mit Saras Erfahrungen in der Musikbranche und ihrem Fachwissen (und dem des Freundeskreises) aus dem Elektrotechnik-Studium machten wir uns an die Arbeit. Alles planten wir gemeinsam und setzten es um: vom Boden bis zur Decke.

Wir wollen unsere Verbindungen u.a. zu der Calarts und Studios nutzen und mit anderen Musikschaffenden aus dem amerikanischen Raum zusammenarbeiten. Kreativität und Innovation blüht schliesslich nicht in Alleingängen auf.

Johanna Hüsgen

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